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Sonntag, 1. Oktober 2006
Beim heizen kommt es darauf an, einige wichtige Dinge zu beachten, um Energie und sehr viel Geld zu sparen, ohne daß der Wohnkomfort beeinträchtigt wird.

Nicht überheizen!
Für Wohn- und Arbeitsräume gilt eine Raumtemperatur von 20 bis 21 °C und im Schlafzimmer von 18 °C als völlig ausreichend. Zu hohe Temperaturen kosten nicht nur Energie und Geld, sondern sind überdies ungesund und steigern die Gefahr von Erkältungen! Jedes Grad weniger spart etwa sechs Prozent Heizenergie ein.




Räume individuell heizen


Dank Thermostatventilen an den Heizkörpern kann die Temperatur in den einzelnen Zimmern individuell geregelt werden. Voraussetzung ist natürlich, daß die Innentüren von unterschiedlich geheizten Räumen geschlossen bleiben. Wird mit der Heizung des Wohnzimmers durch eine relativ hohe Einstellung das Schlafzimmer mitgeheizt, kommt dies teurer, als wenn man die Heizung im Schlafzimmer zusätzlich ein wenig aufdreht.

Nur bei Bedarf heizen

Bei längerer Abwesenheit sollte die Heizung je nach Jahreszeit bzw. Außentemperatur entweder ganz ab- oder heruntergedreht werden (der Mieter ist nicht verpflichtet zu heizen, solange er dafür Sorge trägt, daß die Wohnung keinen Schaden nimmt). Neuere Thermostate haben auch eine Frostschutzposition. Wer tagsüber die Wohnung verläßt, sollte jedoch die Heizung nie ganz ausschalten! Ständiges Auskühlen und Wiederaufheizen verbraucht mehr Energie als Halten einer abgesenkten Durchschnittstemperatur.

Regelmäßig lüften

Man sollte möglichst mehrmals am Tag, mindestens aber morgens und abends kurz und gründlich lüften. Dauerlüften bei gekipptem Fenster und aufgedrehter Heizung heizt nicht nur der Umwelt ein, sondern kostet auch ein kleines Vermögen. Da die Heizung mit Hilfe des Thermostatventils automatisch an die schwankenden Raumtemperaturen angepasst wird, beginnt sie auch bei niedriger Einstellung auf vollen Touren zu laufen, wenn ständig kalte Luft von draußen hereinströmt: Wärme, die überdies sofort wieder durch das geöffnete Fenster nach draußen entweicht. Übrigens: Räume mit Isolierglasfenstern müssen etwas öfter gelüftet werden, um Feuchtigkeitsschäden durch Kondenswasser zu vermeiden. Dies gilt auch, wenn regelmäßig Wäsche in der Wohnung getrocknet wird.

Rolläden und Vorhänge nachts schließen

Energie einsparen läßt sich auch, indem man Fensterläden und Jalousien bereits am frühen Abend schließt und die Vorhänge zuzieht.

Heizkörper nicht zustellen

Vor den Heizkörper gehören grundsätzlich keine Möbel, Verkleidungen oder Vorhänge. Wenn es sich aufgrund des Zuschnitts der Wohnung nicht vermeiden läßt, z.B. die Couch vor eine Heizung zu plazieren, sollte das Möbelstück aber wenigstens 20 bis 30 Zentimeter davon entfernt sein. Aus wärmetechnischen Gründen sollten große Schränke auch nicht unmittelbar an einer Außenwand stehen, sondern mindestens zwei Zentimeter Abstand haben.

Fenster abdichten

Zieht es bei geschlossenen Fenstern oder der Haustür herein, sollte man zunächst den Vermieter um Reparatur bitten. Natürlich kann man auch als Sofortmaßnahme selbst aktiv werden und Ritzen und Fugen soweit möglich abdichten (jedoch nicht bei Räumen mit Ofenheizung!). Spezielle Dichtungsmittel und Schaumstoffbänder für Fenster und Türen aus dem Baumarkt sind relativ günstig und machen sich durch die eingesparten Heizkosten schnell bezahlt

Heiznischen abdichten

Eine besondere Schwachstelle in der Wohnung stellen oftmals die Heizkörpernischen dar, nicht nur weil hier die Außenwand schwächer ist, sondern auch aufgrund der höheren Wandtemperatur an dieser Stelle. Wenn der geringe Abstand zwischen Heizkörper und Wand eine nachträgliche Dämmung nicht erlaubt, kann das Einschieben einer dünnen Dämmschicht mit Alufolie eine Notlösung sein.

Heizkörper regelmäßig entlüften

Insbesondere bei älteren Zentralheizungsanlagen kommt es häufiger vor, daß sich Luft in den Leitungen sammelt, mit der Folge, daß das Heizwasser nicht mehr richtig zirkulieren kann und einige Heizrippen kalt bleiben. Man sollte deshalb regelmäßig das Entlüftungsventil des Heizkörpers überprüfen. Dieses kann man mit einem Spezialschlüssel vorsichtig öffnen (Achtung: Küchentuch darunterhalten), um zu sehen, ob Heizwasser herausläuft. Wenn nicht, muß das Ventil solange geöffnet bleiben, bis die Luft entwichen ist und wieder Heizwasser austritt.

Heizlüfter und Radiatoren nur in Notfall benutzen

Elektrische Heizlüfter oder Radiatoren sind auch heute noch wahre Stromfresser, und sollten deshalb möglichst gar nicht oder zumindest nur kurz als Notlösung eingesetzt werden, z.B. in kleinen Räumen ohne Heizkörper. Ein Dauerbetrieb der Geräte ist reine Energieverschwendung. Dies gilt auch für im Handel angebotene Elektro-Heizkörper oder Speicher-Flachheizungen.

Regelmäßige Säuberung und Wartung von Einzelöfen

Wer mit Öl- oder Kohleöfen heizt, sollte darauf achten, daß die Geräte richtig bedient, regelmäßig gereinigt und fachgerecht gewartet werden. Wichtig ist auch, daß der Abzug immer einwandfrei funktioniert. Übermäßiges Verrußen des Ölofens kann z.B. bedeuten, daß der Ofen nicht richtig bedient wird, daß die Ölzufuhr oder der Abzug nicht einwandfrei funktioniert. Wer etwas für die Umwelt tun will, sollte nach Heizöl bzw. Kohle mit niedrigem Schwefelgehalt fragen, was die Schwefeldioxidemissionen reduziert. Mit Holz sollte nur geheizt werden, wenn es naturbelassen und lufttrocken ist (ca. 20 Prozent Wassergehalt nach ca. ein bis zwei Jahren Lagerung). Das Verbrennen von feuchtem oder behandeltem Holz führt zu erhöhten Emissionen.

Quelle: Mieterverein München
 
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