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Montag, 4. September 2006 |
Gegenmaßnahmen zum Schimmelbefall:
Oberstes Gebot: Richtig Lüften! sie dazu auch den entsprechenen Artikel
Kaufen Sie ein Hygrometer. Mit diesem kann man die Luftfeuchtigkeit messen, wenn diese ständig über 60% liegt, sollten Sie Ihre Nutzungsgewohnheiten überdenken. Wenn die Luftfeuchtigkeit im betroffenen Raum immer niedriger ist und Sie dennoch Schimmelprobleme haben, so liegt aller Wahrscheinlichkeit nach ein bauliches Problem vor. Bei Conrad bekommen Sie ausreichend genaue Hygrometer schon ab ca. 4 Euro.
Schimmelbekämpfung mit Chemie oder Hausmitteln: Es gibt zahlreiche Antischimmelmittel (aber auch Wasserstoffperoxid oder 5%ige Sodalösung oder 5%ige Essiglösung aus der Drogerie funktionieren), die alle eines gemeinsam haben: Kurzfristig kann man damit den Schimmel beseitigen, aber man wird keine dauerhafte Lösung erreichen. Als Anstrich Kalk- oder Silikatfarben verwenden. Leimfarben, Dispersion oder Tapeten bieten zuviel Nährstoffe für Schimmel. Bei starkem Schimmelbefall muss der Schimmel mechanisch entfernt werden (Drahtbürste oder sogar Putzentfernung. Staubmaske verwenden!).
Stellen Sie Möbel nicht direkt an Außenmauern, sondern rücken Sie sie ca. 5cm weg! Dadurch wird zumindest eine Restzirkulation hinter den Möbeln ermöglicht. Besonders in Raumecken auf die Möbel verzichten. Auch Bilder sollten Sie mit Abstand zur Wand aufgehängen.
Feuchtigkeitsabgabe reduzieren! In schimmelgefährdeten Räumen sollten Sie...
- keinesfalls Wäsche trocknen (tropfnasse Wäsche kann bis zu 500 g/h, also bis zu 0,5 Liter Wasser pro Stunde abgeben, geschleuderte Wäsche bis zu 200 g/h)!
- keine Zimmerpflanzen aufstellen (diese verdunsten das Wasser, mit dem sie gegossen wurden)! Diese Maßnahme wird aber manchmal überbewertet, die Feuchteabgabe durch Pflanzen liegt unter 10 g/h.
- bei wasserdampferzeugenden Tätigkeiten (Bügeln, Kochen, Duschen etc.) die Zimmertüren schließen und danach unbedingt richtig lüften!
- Aquarien unbedingt abdecken (reduziert die Wasserabgabe ganz wesentlich).
- zusätzliche Feuchtigkeitserzeuger (Wäschetrockner, Zimmerspringbrunnen, Luftbefeuchter etc.) vermeiden.
Lassen Sie die feuchte Luft aus Bad oder Küche nicht in die gefährdeten Räume gelangen. Lieber die Türen schließen und die Feuchtigkeit rasch weglüften, bevor sie in die Bauteile eindringt. Temperaturunterschiede von mehr als 4-5°C in der Wohnung vermeiden, also auch unbenutzte Räume temperieren.
Geeignete Wandoberfläche wählen! Verwenden Sie keine Tapeten oder Anstriche, die die Wand versiegeln, sondern diffusionsoffene Wandverkleidungen. Leimfarbe, Dispersionsfarbe und Tapeten vermeiden, geeignet sind mineralische Kalk- und Silikatfarben.
Bei Sanierungen immer auch die Mauerfeuchtigkeit beachten! Vor einer thermische Sanierung (Dämmung) der Wände müssen diese trockengelegt werden! Innendämmungen bergen Schimmelrisiken.
Manchmal der letzte Ausweg: Mehr heizen: Obwohl wir eigentlich Energie sparen wollen und nicht absichtlich verschwenden, bleibt manchmal nur mehr diese Möglichkeit. Durch die (moderate) Erhöhung der Temperatur kann die Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen, außerdem werden alle Bauteile wärmer. Unbeheizte Räume sollten etwas temperiert werden (durch Aufdrehen der Heizkörper, keinesfalls durch die warme Luft von anderen Räumen, da diese wieder viel Feuchtigkeit mitführt). |